Erfrischung nötig beim Agilityturnier

Ein Klappstuhl, eine Hundebox und ein Igluzelt – das ist die Mindestausstattung, die man benötigt, wenn man in den Sommermonaten von Hundeturnier zu Hundeturnier reist.

Das betont Heike Klietz, die erste Vorsitzende des Hundesportvereins 1919 Bergkamen (HSV), mit einem Augenzwinkern und mit Blick auf die vielen bunten Zelte, die am Wochenende auf der Hundesportanlage am Opferweg rund um den Agility-Parcours aufgebaut waren.

„So ein Turnier dauert nun einmal den ganzen Tag“, fügt Heike Kietz erklärend hinzu. Da sei es für die Hunde wie für die begleitenden Herrchen und Frauchen schon ganz angenehm, einen Rückzugsort zu haben, wo sie sich vor Wind und Wetter oder idealerweise vor der prallen Sonne schützen können.

So wie beim Agility Turnier des HSV, zu dem wieder viele Hundefreunde mit ihren Vierbeinern aus dem weiten Umkreis angereist waren, zum Beispiel aus Lennestadt, Dorsten oder Bamenohl. Dieses Mal musste der Wettbewerb sogar an zwei Tagen durchgeführt werden.

„Wir hatten weit mehr als 200 Anmeldungen“, erläuterte Wiebke Geiping vom HSV, „aber mehr als 100 Hunde pro Wettkampftag können wir einfach nicht stemmen“.

Ziel eines jeden Wettrennens ist es, sich fehlerfrei und schnell in eine jeweils höhere Leistungsklasse zu bringen. Fünf fehlerfreie Turniere reichen für Hund und Halter für eine weitere Stufe nach oben aus.

Jeder Hund hat beim Agility-Turnier zwei Disziplinen zu bewältigen. Die eine ist die Agility-Disziplin, bei der rund 20 Hindernisse wie Hürden, Laufsteg, Tisch, Tunnel, Weitsprung, Wippe, Schrägwand, Laufsteg und Slalom auf einer rund 160 Meter langen Strecke ohne Fehler zu meistern sind. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Hindernisse am Anfang und am Ende ein rotes Feld haben, das der Hund mit seinen Pfoten berühren muss. Übereifrige und springfreudige Hunde haben hier leider schon mal schlechte Karten.

Bei der zweiten Disziplin, bei der natürlich ebenso Agility gefordert ist, fehlen die Kontaktzonen-Hindernisse. Dadurch können die Hunde nun mit besonders viel Schwung über die Hindernisse hechten, was dieser Disziplin ordentlich Tempo verleiht. Folgerichtig heißt diese Disziplin Jumpings.

Die Reihenfolge der Hindernisse ist durch Nummern festgelegt. Hundeführer sind also gefordert, den Hund richtig zu dirigieren. Das Lenken erfolgt durch Zurufe und durch Handzeichen – manchmal auch durch eine passende Körperdrehung.

Damit sich die Hundeführer im Wettkampf nicht verlaufen, findet für die Hundeführer vor dem Rennen eine gemeinsame Parcoursbegehung ohne Hund statt, bei der diese sich den Streckenverlauf und die notwendigen Handzeichen einprägen können. Ein bisschen sieht das dann aus wie Schattenboxen im Rudel. Klar, dass die Hundeführer später beim Rennen mindestens genauso flink sein müssen wie ihre Hunde.

Nicht jeder Hund hat beim Rennen den gleichen Ehrgeiz. So gibt es Hunde, die man schon mal zweimal bitten muss, damit sie über das Hindernis springen. Andere Hunde kommen zur Erheiterung der Zuschauer gleich am Eingang des Tunnels wieder heraus.

ie meisten Hunde aber wissen, worauf es ankommt, und unter den Anfeuerungsrufen aus dem Publikum rasen sie blitzschnell über den Parcours. Zum Schluss ist dann der Jubel bei Hund und Frauchen riesengroß, wenn auch der Schiedsrichter zufrieden ist.

Einige Teilnehmer hatten gleich mehrere Hunde dabei, so wie Denise Burkhard aus Kamen. „Rusty und Janosch sind aber inzwischen zu alt fürs Rennen“, sagt ihre Besitzerin. Trotzdem kommen sie gerne mit. Denn deren Freundin Buffy ist noch fit, und die beiden Rüden schauen begeistert zu, wenn Buffy und Frauchen sich auf dem Platz abrackern.

Arbeitslos seien die beiden allerdings noch nicht, meint die Realschullehrerin. Aus pädagogischen Gründen nimmt sie ihre Hunde zur Freude ihrer Schüler gerne mal mit zur Schule.

Meike Schoofs ist zum ersten Mal bei einem Turnier dabei und ist wie ihre BorderCollie-Hündin Iny schon etwas aufgeregt. „Aber meine Vereinskollegen von den „Flotten Pfoten Soest“ haben mir gute Tipps gegeben.“ Und so geht sie mutig an den Start. Nach nur 58,4 Sekunden fliegt Iny auch schon wieder mit einem großen Sprung über die letzte Hürde. Beide haben ihren ersten Turnierlauf erfolgreich geschafft. „Macht richtig Spaß! Ich glaube, das machen wir jetzt öfter“, sagt sie mit Überzeugung.

Quelle: Westfälischer Anzeiger

Galerie zum Agi Turnier

Videos zum Agi Turnier